• GAWGROUP
  • GAWGROUP
  • GAWGROUP
  • GAWGROUP

Primus für das Lebenswerk von Jochen Pildner-Steinburg

Jochen Pildner Steinburg s w

Antreiber, Aufzeichner und Aufschläger. Jochen Pildner-Steinburg hat die wirtschaftliche, politische und sportliche Landschaft der Steiermark geprägt. Der Industriekapitän und "Homo politicus" wurde mit dem Primus für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Und so erlauben wir uns einen Auszug aus der launigen Laudatio des Landeshauptmanns a.D. Franz Voves wiederzugeben...

Der Weg zum Unternehmer

1951 gründete der Vater von Jochen Pildner-Steinburg, Erhardt, ein Einzelunternehmen mit 5 Mitarbeitern. Es war eine einfache Komponentenfertigung: Antriebselemente für Holzbearbeitungsmaschinen und Stoffschieber und Ventile für die österreichische Papierindustrie. Sogenannte Armaturen. Dementsprechend hat die GAW, das Grazer Armaturen Werk, nichts mit Badewannen oder Waschbecken zu tun sondern vom ersten Tag an mit Maschinen und Anlagen.

Während der junge Jochen in Graz die Straßen unsicher macht nimmt das väterliche Unternehmen eine entscheidende Stufe. Man beginnt aus Einzelteilen Systeme zu entwickeln, man schmiedet enge Kooperationen mit den zentralen Papiermaschinenherstellern der Welt wie Voith, Andritz sowie Escher-Wyss und man tritt zu einem Zeitpunkt auf allen Kontinenten dieser Welt in die Märkte ein, als in Österreich noch der Urlaub in Caorle als Zeichen ultimativer Internationalität gegolten hat.Man kann nicht sagen, dass sich Jochen Pildner-Steinburg zu dieser Zeit im Unternehmen vergraben hätte, ganz im Gegenteil. Im Zentrum standen Sport und Freunde, Eishockey, Fußball, Tennis. Alles andere – Schule inklusive – waren Nebensache und oft genug Ursache gröberer Missstimmungen im Elternhaus. Die Sponsion zum Magister der Wirtschaftswissenschaften 1971 in Graz war in der Summe aller vorangegangenen Jahre mindestens gleichermaßen Grund zur Freude wie zur Erleichterung. Der Eintritt in das elterliche Unternehmen erfolgte 1972 und es kam wie es kommen musste. Wenn 2 so ausgeprägte Charaktere wie Vater und Sohn Pildner-Steinburg aneinandergerieten, gab es Reibungsenergie – und das nicht zu knapp. 

Die Nachfolge im Familienunternehmen hat 1974, leider das Schicksal geregelt, denn Vater Erhardt erkrankte überraschend und verstarb früh. Dementsprechend herausfordernd war es, ein straff und sicher auch sehr patriarchalisch geführtes Unternehmen als blutjunger Geschäftsführer mehr oder weniger aus dem Stand für die Zukunft auszurichten. Eine gute, ja vorbildliche Abstimmung fanden hingegen die Brüder Jörg (der ältere) und Jochen. Jochen nahm sich dem kaufmännischen Bereich und dem Umfeld an, Jörg konzentrierte sich auf technische Fragen. Jochen übernahm ein Unternehmen mit 50 MitarbeiterInnen und 25 Mio. Schilling Umsatz, das sind 1,87 Mio. € (natürlich mit damaliger Kaufkraft). Heute zählt die GAW Gruppe 1.800 MitarbeiterInnen und macht 273 Mio. € Umsatz oder 3,7 Mrd. Schilling. Zwischen diesen beeindruckenden Zahlen standen aber wesentliche strategische Entscheidungen und zähe Tagesarbeit, die zeigen, dass ein solcher Erfolg kein Lottogewinn ist. Wenn Mitarbeiter am Samstag bei der Firma vorbeifuhren, konnten sie sicher sein, dass ihr Chef gearbeitet hat. Sie haben ihm auch allen Respekt dafür entgegen gebracht, denn sie wussten, dass er damit auch ihre Arbeitsplätze gesichert hat.

Zentrale unternehmerische Entscheidungen

Erster zentraler Schritt auf dem Weg zur heutigen GAW Gruppe war der – im Sinne des notwendigen Technologieaufbaus – steinige Weg vom Komponentenhersteller für die Maschinenbauindustrie hin zum Anbieter komplexer Systeme für „turn-key“ Anlagen für die Papierindustrie. Das erforderte nicht nur technologischen Mut sondern auch strategischen, denn damit machte man sich zum Konkurrenten der ganz großen Anbieter der Welt. Wie man so etwas übersteht? Mut, kompromisslose finanzielle Stabilität und eine Nischenstrategie, in der man in einem kleineren Segment sich eine so klare technologische Überlegenheit erarbeitet, dass auch die Großen lieber kooperieren als anzugreifen.

Der Technologiesprung war ein Geheimnis des Erfolgs. Die konsequente Bearbeitung der Weltmärkte der andere. Es folgten die Gründung von Töchtern in den USA, Kanada, Brasilien und sehr früh auch erfolgten Aufträge aus China.

Der nächste logische Schritt erfolgte in den 90er Jahren mit der Diversifizierung des Unternehmens. Man konnte und wollte die Zukunft eines mittlerweile recht großen Unternehmens nicht nur auf eine Branche setzen. Ausgehend von der zentralen Kompetenz im Anlagenbau erweiterte man das Produktangebot auf Lackaufbereitungsanlagen in der Automobilindustrie und in die Umwelttechnologie. Seit den 2000er Jahren kommen weitere expansive Schritte durch strategische Unternehmenszukäufe dazu. Das bisher rein endogene Wachstum wird erweitert und damit der Weg in eine Holding-Struktur eingeschlagen. Neben der Kernbranche Papier & Zellstoff werden nunmehr Automotive, Kunststofftechnik, Automatisierungstechnik und die Chemieindustrie bedient. Diese Entwicklung hinterlässt natürlich auch Spuren am Stammsitz in Graz-Puntigam, denn das Areal wurde in den letzten Jahren mit Millioneninvestitionen stark ausgebaut um der jüngsten Tochter, der „Automation X“ ein adäquates Umfeld zu bieten.

Die Zukunft

Preise für das Lebenswerk klingen zumeist nach Abschied. Wie geht es nun mit dem umtriebigen Unternehmer weiter? „Es ist auch überhaupt kein Abschied. Einen Pensionisten Jochen Pildner-Steinburg wird es noch lange nicht geben. Bin ja noch nicht weg, bleibe Geschäftsführer der GAW Holding und wache über die Tochterunternehmen.“ spricht der mittlerweile 68-Jährige und seine Augen versprühen dabei jugendliche Frische.

Wir wünschen alles Gute und viel Spaß dabei!

 

GAW technologies GmbH

Puchstrasse 76 / PF 64
8020 Graz, Österreich
Tel.: +43 (0)316  2704-0
Fax.: +43 (0)316 273266
office@gaw.at